29 Dezember 2012

Applikatzitis

Ich lebe noch! Auch wenn es blogtechnisch den letzen Monat etwas still hier war, im wahren Leben war es alles andere als still. Wie auch in der Vorweihnachtszeit? Von vier Dezemberwochenenden haben wir nur eines bei uns zu Hause verbracht und die Wochen dazwischen waren mit Reisevorbereitungen und Chaosbeseitigung der Wochenendausflüge völlig ausgebucht. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass die Zeit viel schneller vergeht als früher.

Und zwischendrin hatte auch noch das Töchterlein ihren 1. Geburtstag. Das ist nun endgültig der Beweis, dass mit der Zeit was nicht in Ordnung sein kann! Die Motte soll schon ein Jahr alt sein?!? Wo bitte ist das letzte Jahr hin? Und wer hat erlaubt, dass die Zeit so schnell vergeht? Meine kleine Supermaus kann unmöglich schon seit einem ganzen Jahr diese Welt mit ihrer Anwesenheit bezaubern.

Da ich aber an der Tatsache nichts ändern kann, dass mein Baby nun kein Baby mehr ist, habe ich ein bisschen genäht, damit sie wenigstens ihr Alter auf der stolzgeschwellten Brust umher tragen kann. Winterlich wie es draußen schon war, entstand kein Geburtstags-T-Shirt, sondern ein Geburtstagssweatshirt. Appliziert hatte ich vorher noch nie und hatte dementsprechend ziemlich Muffe davor. Hätte ich aber gar nicht haben müssen! Ausgestattet mit beidseitig aufbügelbarer Vlieseline und abreißbarem Stickvlies ging mir das Applizieren total leicht von der Hand.


Der Pulli ist wieder ein abgeänderter Regenbogenbody von Schnablina. Diesmal etwas weiter als das letzte Mal, damit das Anziehen nicht zum Kampf mit dem Töchterlein ausarten muss. Der lilafarbene Sweat ist aus der Stoffabteilung eines großen Kaufhauses und die tollen Totenköpfe sind vom Stoffmarkt.

Meiner Schwester hat der Geburtstagspulli so ausnehmend gut gefallen, dass sie sich für ihre Tochter ein Sweatshirt zu Weihnachten gewünscht hat. Eine Applikation war nicht explizit gewünscht, aber ich fand den petrolfarbenen Sweat ohne irgendwie zu düster. Nach längerem Suchen, konnte ich mich sogar für ein Motiv entscheiden. Diesmal habe ich nicht mit Zickzackstich appliziert, sondern mit Geradstich. Am liebsten hätte ich das Sweatshirt behalten, aber da meine Nichte drei Monate jünger als das Töchterlein ist, wäre das eher ungünstig gewesen.


Das Äffchen find ich so großartig, das muss demnächst sicherlich nochmal verarbeitet werden. Verarbeitet werden musste auch der petrolfarbene Sweatstoff. Daher ist heute noch ein Pulli für das Töchterlein entstanden. Zwillingslook mit meiner Nichte fand ich allerdings doof, also habe ich mal wieder stundenlang gebrütet und schließlich das Motiv von Töchterleins Krabbelpuschen kopiert. Ich steh im Moment aus unerfindlichen Gründen total auf Raketen. Aber ich bin ja eh der Meinung, dass das Töchterlein mal Luft- und Raumfahrttechnik studiert.


  
 
Hab ich schon erwähnt, dass Applizieren toll ist?

Und weil die Pullis trotz der teilweise eher jungentypischen Farben alle für Mädchen sind, ab damit zur Meitlisache. Man merkt irgendwie gar nicht, dass ich kein Freund von rosa und Rüschen bin.



17 November 2012

Einmal groß und einmal klein

Obwohl ich damit grade gar überhaupt nicht einverstanden bin, hat hier jetzt doch langsam der Winter Einzug gehalten. Frechheit! Mir ist dieses ganze Jacken-Schal-Mützen-Handschuhe-Wasauchimmer-Angeziehe einfach zu doof. Außerdem ist Winter kalt. Brrrr!

Damit wir hier nicht in dieser Eiseskälte erfrieren müssen, sind mir in den letzten Tagen zwei Sweatshirts aus der Nähmaschine gehüpft. Ein kleines für das Töchterlein und ein ziemlich großes für mich.

Das für das Töchterlein ist schlicht grau mit geknöpftem Ausschnitt. Der Schnitt ist nach dem Regenbogenbody von Schnabelina abgewandelt. Man sollte nur vielleicht daran denken, dass man unten und an den Ärmeln kürzer zuschneidet, wenn Bündchen dran sollen. Jetzt kann der Pulli ne Weile mitwachsen, falls das Töchterlein nicht zunimmt. Ein wenig eng ist er nämlich auch. Trotzdem gefällt mir der Pulli so gut, dass er ganz bald in Gesellschaft in anderen Farben bekommt. Die dann halt ohne Affenarme und mit ein bisschen mehr Luft am Bauch.


Mein Sweatshirt ist nach einem Lieblingsstück aus meinem Schrank entstanden. Im Nähkurs hatte ich ein wenig Hilfe beim Abnehmen des Schnittes. War nicht ganz so einfach, weil die Vorlage eben ein recht oft gewaschenes Lieblingsstück ist. Mit Stoffen vom Stoffmarkt und aus einem örtlichen Kaufhaus ist dann das entstanden:


Der Pulli an sich war in einem Abend genäht, der bekloppte Reißverschluss hat mich dann nochmal einen weiteren Abend im Nähkurs gekostet. Ich wollte nämlich unbedingt, dass er auch im offenen Zustand nett aussieht, deshalb sollte er auf der Rückseite verblendet werden. Das hat leider nicht ganz so geklappt wie ich das wollte und musste mit einer Extranaht fixiert werden, die mich ziemlich stört (sonst aber wohl niemanden). Hier noch ein paar Fotos vom inzwischen schon leicht verfleckten Stück.






23 Oktober 2012

Der neue Aufpasser

Vor genau vier Wochen hat sich das Töchterlein so schrecklich die Hand an einem Holzofen verbrannt, dass zeitweise sogar eine Hauttransplantation zur Debatte stand. Allein den Begriff aus dem Mund unseres Kinderarztes in Zusammenhang mit meinem Baby zu hören, hat gereicht um wilde Panik in mir aufsteigen zu spüren, die mehrere Tage anhielt. Glücklicherweise ging es ohne Transplantation und die Wunde heilte erstaunlich schnell und gut.

Seit einer Woche ist der Verband nun ab und die Maus tobt umher wie immer. Am Freitag haben wir auch den Kompressionshandschuh bekommen, der uns wohl ein bis zwei Jahre begleiten muss, damit die Narbe sich im Wachstum nicht zusammenzieht und die Beweglichkeit der Hand einschränkt. Erstaunlicherweise sind Kinder bei sowas extrem leidensfähig. Diese kleine Motte marodiert mit ihrem schicken Handschuh durch die Wohnung, als ob so ein Ding zur Standardausstattung eines jeden Babys gehört.

Damit so ein Unglück aber hier bei uns nie wieder geschieht, habe ich in den letzen Tagen einen kleinen Aufpasser gebastelt, der sich besonders gut mit Feuer und Hitze auskennt. Gisbert soll dafür sorgen, dass das Töchterlein sich zukünftig von heißen Dingen fernhält und sie in allen Lebenslagen trösten.

Und das hier ist Gisbert, der kleine Aufpasser:




Gisbert  hat sich zwischenzeitlich recht energisch gewehrt, ist dann aber heute endlich fertig geworden. War schon manchmal ne ganz schöne Frickelei. Jetzt bin ich einfach nur gespannt, was das Töchterlein morgen zu ihm sagt. Vermutlich reißt sie ihm erst mal den Kopf ab oder beißt ihm in den Schwanz.

 Der Schnitt ist 'Yoki der dicke Drache' von hier.

21 Oktober 2012

Geschenk für ein ganz kleines Mädchen

Eine liebe Ex-Kollegin von mir hat Ende August ein wunderbares kleines Mädchen zur Welt gebracht, das ich diese Woche endlich kennenlernen durfte. Da musste natürlich ein Geschenk genäht werden. Entstanden ist ein Set aus dem Regenbogenbody von Schnabelina, den ich wie immer zwei Größen enger genäht habe, der rosaroten Knickerbocker von Frau Rosa und der Wendezipfelmütze von Klimperklein. Das Ganze ist ziemlich rosa, aber irgendwie war mir danach.


Heute Abend möchte ich endlich was ganz, ganz Tolles fertignähen, das hier schon ein paar Tage auf die finalen Arbeiten wartet. Ich hoffe ich kann es hier morgen zeigen *freu*. Es ist jedenfalls nicht rosa!

13 Oktober 2012

Eine Jacke für den Zwerg

Mir ist eben eingefallen, dass ich ganz vergessen habe, hier des Töchterleins neue Jacke zu präsentieren. Der Schnitt ist Baguette Magique aus der Ottobre 01/11. Ich hab aber eine Wendejacke draus gemacht und kurzerhand auch noch die Taschen weggelassen. Hätte ich auch noch einen Wendereißverschluss gehabt, wäre das Ergebnis schon ziemlich toll gewesen...
Ich hatte aber keinen. Jetzt ist es halt etwas frickelig die Jacke zuzumachen, wenn die rote Seite außen ist. Das nächste Mal bin ich vielleicht schlauer.


























Der Zwergenstoff von Janeas World war in meiner Micha-Überraschungstüte, die ich vor ner Weile mal erstanden habe, der Tupfenstoff, der Reißverschluss und das Bündchen sind aus dem Stoffladen meines Vertrauens.

12 Oktober 2012

Ablenkung

Die letzten Wochen waren hier etwas turbulent, weil das Töchterlein sich am Geburtstag meiner Schwester fies die Hand an der Glasscheibe des Holzofens verbrannt hat. Zeitweise hätte ich in meinem Wahn den Kinderarzt fast zur Familie gezählt, so oft waren wir zum Verbandwechsel da. Wir haben aber echt Glück mit der Wahl unseres Kinderarztes. Er hat sich sogar drauf eingelassen statt der Salbe Aloe Vera auf die Wunde zu schmieren. So richtig frisch aus der Pflanze, nicht irgendwie prozessiert und entkeimt. Ob es wirklich geholfen hat, weiß man nicht, auf jeden Fall ist der Verband nun ab und wir hoffen, dass der Kompressionshandschuh nächste Woche fertig ist, der uns wohl die nächsten ein bis zwei Jahre begleiten wird. Die kleine Motte ist so unendlich tapfer!
Die Tasche aus dem letzen Post hat meiner Schwester glaub ich ganz gut gefallen. So richtig sicher bin ich mir aber nicht, weil das Unglück schon vormittags über uns hereinbrach und dann das Töchterlein wichtiger war, als die doofe Tasche.

Um mich abzulenken habe ich in der Zwischenzeit aber einige Abende mit Zuschneiden und Nähen verbracht. Herausgekommen ist das:


T-Shirt Schnitt aus der Zwergenverpackung, Hose ist die Haremshose aus der Ottobre 01/11, Mütze die Zwergenmütze von Schnabelina.

20 September 2012

Geschwisterliebe

Meine Schwester und ich haben schon vor einer ganzen Weile beschlossen, dass wir uns nichts mehr zu Geburtstagen und Weihnachten schenken, weil das ja mit zunehmendem Alter nicht einfacher wird. Über die Jahre sammelt sich auch ohne zusätzliche Geschenke eine Unmenge an unnützem Zeug an, das die Wohnung füllt.

Jetzt hat aber mein großes Schwesterlein am Samstag Geburtstag und feiert größer, weil ihr Alter dann mal wieder eine Null hintendran hat. Mit leeren Händen zu einem runden Geburtstag zu fahren, widerstrebt mir aber irgendwie. Also kam ich auf die Idee ihr eine Tasche zu nähen.

Schon vor ner Weile war mir der Schnitt der Alles Drin von Farbenmix in die Hände gefallen, ich hab mich nur noch nicht getraut, weil das so schwierig aussah. Der Geburtstag meiner Schwester schien mir also die passende Gelegenheit mich da mal ranzuwagen. Glücklicherweise hab ich das im Nähkurs erzählt und bekam daraufhin eine fertige Alles Drin gezeigt. Meine Güte, das Ding macht seinem Namen ja alle Ehre. Da passt ja wirklich mein Auto, das Haus und das ganze Universum rein! Da meine Schwester sich schon immer über meine großen Handtaschen lustig macht (und was ich alles darin lagere), war das also nicht so ganz das Richtige. Also bin ich auf der Suche nach Alternativen im Stoffladen meines Vertrauens auf eine Tasche gestoßen, die mir gut gefiel.

Dank einer genähten Vorlage konnte ich mir einen Schnitt basteln. Die Stoffauswahl fiel mir total schwer. Nix begeisterte mich. Fast hätte ich einen Kompromiss genäht. Aber dann tauchte in der hintersten Ecke des Ladens ein Stoff auf, der zu der Tasche passte wie der berühmt Ar... auf den Eimer. So richtig schön altmodisch wie er ist, gibt er der Tasche Charme. Ich war plötzlich Feuer und Flamme und habe losgenäht wie eine Wilde. Und das kam dabei heraus:


Innen hat sie eine Reißverschlusstasche hinter der sich ein zweites Fach versteckt.



Gefüttert ist die Tasche mit Vlieseline. Dadurch wird sie steifer und erinnert irgendwie an ein Stuhlkissen.

Ich glaube nächste Woche muss ich noch ein bisschen mehr von dem Stoff kaufen und mir auch so eine Tasche nähen. Allerdings muss ich dann den Schnitt ein wenig ändern. Der Streifen oben könnte etwas schmaler und mehr gerundet sein und die Tasche an sich tropfenförmiger, damit sie etwas weniger einem blumigen Stuhlkissen ähnelt.

Aber irgendwie bin ich einfach saustolz auf mein erstes Stück mit selbsterstelltem Schnitt und hoffe, dass das Täschlein meiner Schwester auch gefällt. So sicher bin ich mir da irgendwie noch nicht.

09 September 2012

Für mich

Bisher hatte ich noch kein einziges Stück für jemanden genäht, der älter als ein Jahr ist. Bei solch winzigen Kleidungsstücken schien mir das Risiko für den Fall eines vermurksten Stückes einfach kleiner. Nachdem ich inzwischen aber erfolgreich viele niedliche kleine Kleidungsstücke genäht habe, wollte ich mich dann doch mal an was in meiner Größe wagen.

Irgendwo hab ich den Schnitt Langeneß von Farbenmix entdeckt, der meinem Lieblingsrock recht ähnelt. Also musste ich mich daran versuchen. Während des Nähens bekam ich aber irgendwann Angst, dass der Rock mir zu eng und darüberhinaus zu lang wird. Meine Lieblingsnählehrerin gab mir den Tipp, den Rock nicht unten, sondern oben zu kürzen, damit er gleich etwas weiter wird.

Heraus kam am Ende des dritten Nähabends einmal Langeneß mit Godets in Kittelschürzenoptik.


























  
 


Ich mag den Rock total. Leider ist er jetzt doch fast zu groß und für meinen Geschmack immer noch zu lang. Wenn er mir irgendwann wirklich mal von den Hüften rutschen sollte, werde ich das gute Stück demontieren und enger und kürzer machen. Die letzen Sommertage werd ich ihn aber jetzt einfach anziehen und mich dolle drüber freuen.

Heute hab ich dann gleich den Stoff für einen herbsttauglichen Rock gekauft, den ich nicht nur eine Größe kleiner, sondern auch noch ein Stück kürzer nähe.


31 August 2012

Sabberliesel

Das Töchterlein ist eine kleine Sabberliesel. Schuld sind natürlich die Zähne, von denen sie seit letzter Woche zwei wunderschön scharfe Exemplare hat. Die Halstücher, die ich bisher für sie verwendet hab, haben in den letzten Wochen ziemlich leiden müssen. Durch das ganze Gesabber sind sie so vergilbt, dass ich mich schon bald schäme sie außer Haus zu benutzen. Vom Grundprinzip fand ich sie aber so gelungen, dass ich sie in leicht abgewandelter Form nachgebastelt hab. Die Rückeiten hab ich einfarbig gemacht, damit ich mehr Kombinationsmöglichkeiten habe. Das Schneiden und Nähen ging so wunderbar fix, dass ich gleich auch noch welche für meine Nichte genäht hab. Dooferweise hab ich mal wieder vergessen diese Auftragsarbeiten zu fotografieren bevor ich sie in den Post gesteckt hab. Hier also nur unsere Sabberlatze:



Fotografieren konnte ich übrigens nur unter erschwerten Bedingungen. Das Töchterlein fand die neuen Halstücher wohl recht attraktiv. Ständig hat sie sie mir weggemopst um sie dann anzulutschen. So war das mit dem Sabberlatz eigentlich nicht gedacht.



30 August 2012

Bevor der Sommer vorbei ist...

... hab ich für das Töchterlein noch schnell einen Sommerhut nach Schnabelinas Sonnenschein genäht. Das E-Book ist supertoll beschrieben und so ließ sich der Hut echt gut nähen. Ich find es total großartig, dass Schnabelina die E-Books kostenlos zur Verfügung stellt.

Das Ergebnis finde ich einfach nur herzallerliebst.






29 August 2012

Lieferverzug

Eigentlich bin ich ja kein Mensch, der gerne leere Versprechungen macht. Wenn man etwas nicht wirklich halten kann, sollte man es meiner Meinung nach lieber nicht versprechen. Vor über einem Jahr hab ich aber in meinem jugendlichen Leichtsinn was versprochen, was ich fast nicht hätte halten können.

Der weltbesten Paula hatte ich noch deutlich vor der Geburt ihrer jüngsten Liese ein selbstgenähtes Nilpferd als Geburtsgeschenk versprochen. So eines wollte ich nämlich für mein damals auch noch ungeborenes Töchterlein als Spieluhr nähen. Angefangen hab ich das erste Mistvieh auch, aber meine Pedanterie und meine mangelnde Übung im Nähen waren keine guten Partner bei der Erfüllung dieses Versprechens. Ich bin an dem Vieh fast verzweifelt. Dazu kam dann ja noch, dass meine alte geerbte No-Name-Nähmaschine ihren Rückwärtsgang in den Ruhestand geschickt hatte und ich nicht vernähen konnte. Also hab ich das Projekt Nilpferd in Laufe der Zeit immer tiefer in den Wohnzimmerschrank wandern lassen.

Als jetzt aber der 1. Geburtstag meines virtuellen Patenkindes nahte, quälte mich doch zusehends das Gewissen. Also hab ich den Wohnzimmerschrank durchwühlt und doch tatsächlich alle Teile des angefangenen Stofftieres samt Schnitt wiedergefunden. Die Fertigstellung kam trotz der Übung der letzen Wochen nicht ohne lautstarke Unmutsäußerungen aus. Ich hab geschimpft wie ein Rohrspatz! Weil ich die beiden nämlich nicht aus Filz sondern aus Babycord genäht hab, musste ich die Füße von innen einnähen. Das war ein totaler Frickelkram. Schlussendlich kamen dann aber zwei zwar nicht perfekte aber dennoch sehr liebesbedürftige Kuscheltiere raus, die wohl aber aller Vorraussicht nach keine weiteren Nilpferdgeschwister bekommen.

Hier also ein Gruppenbild von unserem Franz Ferdinand mit seinem Zwilling Carl Gustav:





















Der Schnitt ist übrigens von hier.

04 August 2012

Gesammelte Werke

Irgendwie ist mir in den letzten Wochen die Zeit davongerannt. Wohin die vergangenen zwei Monate entschwunden sind, ist mir allerdings nicht wirklich klar. Damit leben muss ich aber wohl.

Nähtechnisch war die Zeit nicht ganz so schlecht. Neben ein paar Auftragsarbeiten für die Lieben (die ich dummerweise nicht fotografiert habe) sind ein paar Kleinigkeiten für das Töchterlein entstanden.

Außerdem habe ich eine total tolle Schwiegermutter. Es gab da nämlich im Laden in dem sie arbeitet ein Angebot, dass ziemlich unschlagbar war. Ich hätte verzichtet diesen Schnapp zu machen, weil ich im Juli schon etwas zu viel Stoff gekauft hatte. Meine Schwiegermutter war dann aber der Meinung, dass ich für das Töchterlein so schöne Sachen nähe, dass ich das Gerät unbedingt haben muss. Ich darf also jetzt eine nette kleine Maschine mit Saugnäpfchen an den Füßen mein Eigen nennen, meine eigene Overlockmaschine. Ich bin total begeistert von dem Maschinchen. Das macht richtig Spaß und sieht so professionell aus.

Jetzt aber zu meinen näherischen Ergüssen:

Nach dem tollen Schnitt von Schnabelinas Regenbogenbody sind diese vier Prachtstücke entstanden. Da ich Bodys nicht gerne so weit mag, hab ich die Weite zwei Größen kleiner als die Länge gewählt. So finde ich sie richtig gut. Ich bin immer noch total begeistert, wie einfach die Dinger zu nähen sind. Man sollte halt nur vor dem Zusammennähen nachschauen, ob das mit dem Vorderteil und dem Hinterteil und dem amerikanischen Kragen passt. Mir würde da natürlich nie ein Missgeschick passieren. Nie! Bei den ersten drei hab ich die Drückknöpfe noch gehämmert, was nach anfänglichen Schwierigkeiten gut geklappt hat. Jetzt hab ich mir aber die dazugehörige Zange geleistet. Das macht schon noch deutlich mehr Spaß.

 

Mal kurz so zwischendrin sind auch diese Sachen entstanden:

Ein T-Shirt aus der Zwergen- verpackung aus diesem netten Stoff um den ich in meinem Stammstoffladen wochenlang herumgeschlichen bin.

Ein klimperkleines Wendemützchen, dass ich soooo schön finde. Die Stoffe habe ich aus Verzweiflung, dass der Stoff mit den grünen Sternen überall ausverkauft war, bei Dawanda erstanden.


Im Nähkurs sind dann schließlich diese beiden Schätzelein entstanden. Schnitte sind beide aus einer Ottobre (die Latzhose aus der 01/11 und die andere aus der 06/09), Stoffe hab ich beim Nähkurs erworben. Ursprünglich fand ich ja die Blaue viel toller, aber jetzt ist die Braune der Gewinner. Das Töchterlein sieht darin einfach zum Fressen niedlich aus. Die Hose ist in echt übrigens noch schöner als auf dem Foto. Der Blaustich verschleiert den netten warmen Braunton und das leuchtende Orange. Ziemlich 70er, aber das war der Plan.






12 Juni 2012

Haremsgeschichten

Nachdem ich nun endlich dank einer kleinen Sammelbestellung der großartigen Paula die Ottobre aus dem Januar 2011 mein eigen nennen kann, musste ich mich sofort an der extrem niedlichen Haremshose versuchen. In der aktuellen Größe hat das Töchterlein eigentlich schon genug Kleidung, also habe ich die Hose gleich eine Nummer größer genäht. Heraus kam diese nette lila-türkisfarbene Version. Leider stellte sich heraus, dass die Größe größer riesig ist und der Bauchbund noch um Längen zu weit. 
Damit mein persönliches kleines Anziehpüppchen doch jetzt schon in den Genuss der unbegrenzten Bewegungsfreiheit kommt, musste die Nähmaschine ein zweites Mal ran. Diesmal eine Nummer kleiner und mit deutlich engerem Bauchbündchen. Das Bündchen ist übrigens ritzeratzesonnengelb und der Stoff braun im Hintergrund, was mein Fotoapparat aber irgendwie unterschlagen will. Und was soll ich sagen? Sie passt und steht dem Töchterlein ausnehmend gut. 
Beide Stoffe waren übrigens in meiner Micha-Überraschungstüte. Ich bin immer noch ganz hin und weg. Die Bündchen hab ich aus einem örtlichen Kaufhaus und meinem Lieblingsstoffladen.

11 Juni 2012

Was lange währt, wird eine Krabbeldecke

Schon als ich mit dem Töchterlein schwanger war, wollte ich nähen. Ich war auch so mutig und bin losgezogen und habe Unmengen Stoff und Volumenvlies gekauft, um für das Baby in meinem Bauch eine Krabbeldecke zu nähen. Leider ist kurz nach dem Kauf meine Courage in einen längeren Urlaub verschwunden. Vermutlich war irgendwo anders das Wetter besser. Auf jeden Fall stand diese riesige Tüte mit dem oben raushängenden Vlies seit mindestens einem dreiviertel Jahr in unserem Wohnzimmer im Weg. Jeden Tag schaute sie mich mit mahnendem Blick an. Die Ausreden, warum ich die Decke nicht nähen konnte oder wollte waren recht vielseitig und allgegenwärtig (Nähmaschine kaputt, Wetter zu gut, Wetter zu schlecht, zu schwanger, zu müde, zu faul, viel zu schwanger, Welt steht kopf, weil Baby da, ...).

Letzte Woche habe ich mich jetzt aber doch mal daran gemacht. Irgendwie hat die seit dem Kauf der Materialien vergangene Zeit aber wohl mein Gehirn vernebelt. Plötzlich war die Vorderseite fertig und sie war...

...wunderschön und viel zu groß. Also nicht an sich, aber für die geplante Rückseite. Eigentlich sollte die Decke nämlich auf der Rückseite ganz schlicht hellblau-weiß-kariert sein. So ohne Stückeleien und Muster. Also bin ich mal wieder losgezogen und hab versucht einen Stoff zu bekommen, der die Rückseite vervollständigt. Ich muss ja nur immer einmal quer ans andere Ende der Stadt um in meinen Stoffladen zu kommen. So richtig glücklich war ich dort mit nix, ich hab mich aber letztendlich doch mit einem Stoff anfreunden können. Zu Hause angekommen hab ich dann festgestellt, dass das ganz schon knapp wird mit den beiden Stoffen. Ich hatte nämlich vergessen, dass beim Stückeln ja auch Nahtzugaben dazukommen. Doof auch! Das Problem hat dann der Gatte heldenhaft gelöst. Nach einer ganzen Weile kam er mit einer Zeichnung der zukünftigen Rückseite und einem Plan, wie ich die nötigen Teile aus dem vorhandenen Stoff geschnitten bekomme. Manchmal ist es doch gut, einen Fachmann im Haus zu haben. Hihi.

Jetzt ist die Decke fertig und es ist nur noch ein schmaler Streifen Stoff übrig. Puuuuh, war also doch ganz schön knapp. Das ist das Prachtstück von vorne:



 Und so sieht sie von hinten aus:


Das Töchterlein hat in ihrer unnachahmlich dankbaren Art heute schon mal intensiv dranrumgelutscht und dann ordentlich draufgespuckt. So viel hält sie also von meinen Nähkünsten.

Aus den Stoffresten hab ich dem Gatten als Belohnung für seine planerischen Tätigkeiten ein Tatüta nach der Anleitung von Casa Soleggiata genäht. Das Webband ist irgendwie zu weit nach Außen gerutscht, das muss das nächste Mal noch besser platziert werden.