Ich lebe noch! Irgendwie war hier in den letzten Wochenenen der Wurm drin. Das Töchterlein war der Meinung, dass Einschlafen stark überbewertet wird und hat sich teilweise zwei bis drei Stunden gegen den Schlaf gewehrt. Dumm nur, dass wir noch daneben liegen müssen bis sie schläft. Da mich aber auch eine hormonell bedingte bleierne Müdigkeit heimgesucht hat, bin ich nach diesen Einschlafarien oft nicht mehr aus dem Schlafzimmer gekommen. Wenn doch, musste ich auch irgendwann mal arbeiten. Nähen und Bloggen waren da irgendwie nicht so weit oben in meinen Prioritäten. Vor unserem Sommerurlaub hab ich mich daher für einige Tage bei meinen Eltern zu einer Nähfreizeit einquartiert. Das Töchterlein
hat Oma und Opa auf Trab gehalten konnte Oma und Opa im Haushalt helfen und ich durfte auf der Terrasse sitzen und in Ruhe nähen. Klassische Win-Win-Situation, würd ich mal sagen.
Dank dieses tollen Deals mit meinen Eltern konnte ich pünktlich vor dem Urlaub noch ein schon lange geplantes Projekt fertig bringen: eine selbstgenähte Fototasche! Unsere bisherige Fototasche ist nämlich so unglaublich hässlich, dass ich sie eigentlich am liebsten nur in der dunklen staubigen Ecke neben dem Sofa verstecken mag, wo sie normalerweise ihr Dasein fristet. Darüber hinaus ist sie viel zu klein um noch ein Portemonnaie oder anderen Schnickschnack reinzupacken. Wir mussten also immer mit zwei Taschen umherziehen.
Der Schnitt für die Fotobella lag schon ne ganze Weile auf meiner Festplatte und wartete darauf, dass ich fertig war mich vor diesem Projekt zu fürchten. Irgendwie ist das oft mein Problem: Ich nehme mir vor etwas zu nähen, um mich dann wochenlang davor zu drücken. Ich sollte wohl in Zukunft einfach mal weniger denken, sondern mehr nähen. Wäre jedenfalls effektiver.
Auf dem Stoffmarkt im April hatte ich schon den entsprechenden Stoff gekauf, der gewaschen, gebügelt und ordentlich zusammengelegt im Wohnzimmerschrank ne ganze Weile zustauben durfte.
Bei meinen Eltern habe ich mir endlich ein Herz genommen und die Fotobella begonnen. Ich wurde zuvor gewarnt, dass das E-Book seine Tücken hat. Glücklicherweise drückte da die Zeit schon so, dass ich trotzdem einfach losgenäht habe. Dank dieser Warnung habe ich mein Hirnkastel bemüht und alles dreifach durchdacht bevor ich jeden Schritt ausgeführt habe. Ich muss zugeben, dass die Bezeichungen der Teile im E-Book nicht so gut gemacht sind, weil sie sich in Schnittliste und Anleitung unterscheiden. Außerdem war aus den Fotos schwer zu ersehen, welches Schnittteil wo an der fertigen Tasche endet. Nach längeren Hirnverknotungen hatte ich dann aber wohl halbwegs den Überblick, denn das Ergebnis sieht doch irgendwie aus wie eine Fototasche. Ich glaube so eine nähe ich irgendwann nochmal. Vielleicht dann in etwas gedeckteren Farben. Die Stoffe habe ich ja größtenteils bei meinem Kosmetikkoffer schon gemeinsam verwendet, allerdings ist der Pinkanteil der Fototasche schon sehr hoch.
Mit dem Gerät um den Leib wird man auch bei absoluter Dunkelheit nicht übersehen.
Den ersten Urlaub hat das gute Stück inzwischen schon gemeistert. Platztechnisch reicht sie gut. Es hatten Portemonnaie, Windeln, Feuchttücher und anderer Kleinkram zusätzlich zur Spiegelreflex, nem Objektiv, anderem Zubehör und der kleinen kompakten Kamera Platz. In den Außentaschen fanden sogar kleinere Wasserflaschen Unterkunft. Der Intensivtest hat allerdings ergeben, dass das Gurtpolster fehlkonstruiert und das Gurtband Schrott ist. Das Gurtpolster hängt überall, nur nicht da wo es hingehört. Das Gurtband hat ne extrem schicke Farbe, kratzt aber wie Tier. Das werd ich wohl noch mal entfernen und durch ein weniger kunststofflastiges ersetzen. Vielleicht nähe ich auch noch aus Stoff einen entsprechenden Gurt. Bis zum nächsten Urlaub hab ich ja ne Menge Zeit.
Bevor ich jetzt aber noch mehr vor mich hin schwafel, gibts erst mal ein paar Bilder:
Und weil ich da schon ewig nicht mehr mitgemacht habe und die Fotobella aufgrund ihrer Farbe wohl nur für mich ist, spiel ich mal wieder beim
RUMs mit. Juhuuuu!